Fragen und Antworten
Nachfolgend finden Sie – thematisch gegliedert – die wichtigsten Fragen und Antworten zu den drei Projekten.
Sekundarschule Halingen
Was geschieht, wenn die Kreditbegehren für Projektierung und Bau keine Mehrheiten finden?
Ein Nein an der Urne zum Planungskredit – oder später zum Baukredit – hätte weitreichende Konsequenzen. Das Projekt würde gestoppt, da die detaillierte Ausarbeitung der Baupläne nicht erfolgen könnte. Um den dringend benötigten Schulraum dennoch bereitzustellen, müsste sofort mit der Planung von provisorischen Lösungen wie Container-Klassenzimmern begonnen werden.
Auch der Sportunterricht wäre betroffen: Es käme voraussichtlich zu weiteren Auslagerungen in Nachbargemeinden. Darüber hinaus würde sich die Realisierung um Jahre verzögern, weil neue Varianten geprüft und erneut politisch abgestützt werden müssten. Diese Verzögerung hätte finanzielle Folgen: Baupreise steigen kontinuierlich, spätere Lösungen würden deutlich teurer.
Ein Nein würde zudem die Planungssicherheit für Lehrpersonen, Eltern und Gemeinden erheblich beeinträchtigen und zu einer Phase der Unsicherheit führen. Nicht zuletzt wäre mit einem Qualitätsverlust zu rechnen – die Lernumgebung würde weniger attraktiv, was sich auch negativ auf die Reputation als Arbeitgeber auswirken könnte.
Fakt ist: Die Schulbehörde ist gesetzlich verpflichtet, einen geordneten Schulbetrieb sicherzustellen. Ohne die vorgesehenen Massnahmen ist dies nicht möglich.
Kommt die Sekundarschule während den Bauarbeiten ohne Provisorien aus?
Nein. Für die Übergangsphase 2028 bis 2031 werden zusätzliche Kosten für Provisorien anfallen. Diese sind variantenabhängig und können erst im Laufe der Planungsphase abgeschätzt werden.
Primarschule Matzingen
Inwiefern steht die Kapazitätserweiterung der Primarschule Matzingen im Kontext zu den übrigen beiden Projekten?
Grundsätzlich handelt es sich beim Projekt in Matzingen um ein eigenständiges Vorhaben. Die Steuergruppe erachtet jedoch die Gesamtbetrachtung der Schulraumplanung in allen drei Gemeinden als zielführend.
Weshalb muss die Primarschule Matzingen bereits wieder bauen? Der Chatzebuggel wurde doch bereits kürzlich erweitert.
Die beiden neuen Schulzimmer sind bereits durch eine weitere Klasse und neu geschaffene Fördergefässe mit Leben gefüllt und ausgelastet.
Kann die Primarschule nicht zusammenrücken und den aktuell zur Verfügung stehenden Raum ausnutzen?
Dies ist bereits geschehen. So hat die Primarschule zuerst im Schulhaus Mühli bestehende Schulzimmer mit einer Trennwand aufgeteilt und dadurch Logopädiezimmer, weitere Förderzimmer sowie Büroräume geschaffen. Auch im Schulhaus Chatzebuggel hat die Schule zusätzliche Gruppenräume auf diese Art kreiert. Zudem wurde im Schulhaus Chatzebuggel nach der Erweiterung ein Raum-im-Raum Konzept umgesetzt. Näher zusammenrücken ist nun nicht mehr möglich. Deswegen braucht es neuen Raum.
Was passiert, wenn die Schülerzahlen wieder sinken?
Grundsätzlich geht die Behörde der Primarschule Matzingen davon aus, dass sich die Schülerzahlen auf hohem Niveau einpendeln werden. Für den Fall, dass die Zahlen wider Erwarten sinken, möchte die Schule die vier geplanten Räume nicht klassisch als Schulzimmer planen, sondern als vielfältig einsetzbare Räume, die allenfalls auch extern vermietet werden könnten.
Dreifach-Sporthalle
Eine Dreifach-Sporthalle mit Eventcharakter verursacht Lärm-Immissionen. Womit ist zu rechnen?
Der Turnverein Matzingen hat auf eigene Initiative eine Umfrage bei Anwohnern der Dreifach-Hallen Wängi, Aadorf und Müllheim durchgeführt. Die Resultate gibt es in dieser Präsentation. Gemäss Entscheid an der Konsultativabstimmung vom 24. März 2026 soll die Halle jedoch in Halingen realisiert werden – fernab von Wohnquartieren.
Welche Arten von Mehrzwecknutzungen sind vorgesehen?
Die neue Halle wird Raum für politische und kulturelle Veranstaltungen sowie Sportanlässe bieten. Sie soll nicht nur den öffentlichen Körperschaften, sondern auch allen Vereinen unserer Gemeinden zur Verfügung stehen.
Werden die Vereine in die Planung einbezogen?
Ja, dies geschieht bereits im Rahmen der Resonanzgruppe, wo vier Mitglieder von Vereinen vertreten sind. Weiter soll in den Planungs- bzw. Baukommissionen für die Sporthalle und die Sekundarschule eine delegierte Person aus den Reihen der Vereine Einsitz nehmen.
Wäre auch eine Halle ohne Mehrzwecknutzung denkbar?
Die Stimmberechtungen haben sich anlässlich der Konsultativabstimmung vom 24. März 2026 deutlich für eine Mehrzwecknutzung ausgesprochen. Auch aus Sicht der Steuergruppe wäre es eine verpasste Chance, auf die Möglichkeit einer Mehrfachnutzung zu verzichten. Die Infrastruktur kann deutlich besser ausgelastet und genutzt werden, wenn in der Dreifachhalle auch politische und kulturelle Veranstaltungen stattfinden.
Können sich die Stimmberechtigten auch nach der Konsultativabstimmung gegen die Dreifach-Sporthalle aussprechen?
Der Konsultativentscheid vom 24. März 2024 hat deutlich aufgezeigt, dass eine Mehrheit der Stimmberechtigten die Dreifach-Sporthalle ausdrücklich wünscht. Steuergruppe und Sekundarschulbehörde betrachten die Dreifach-Sporthalle deshalb als integrales Projekt für den Schulstandort Halingen und werden einen Gesamt-Planungskredit beantragen.
Auch ein Verzicht auf die Dreifach-Sporthalle würde am Bedarf von Kapazitäten für
den Sportunterricht der Sekundarschule nichts ändern. In Halingen müsste dann eine neue
Doppel-Turnhalle mit eingeplant werden. Eine solche wäre nur wenig günstiger zu haben als eine Dreifach-Sporthalle mit Mehrzwecknutzung.
Hängt das Projekt der Sekundarschule demnach vom Entscheid zu Gunsten der Dreifach-Sporthalle ab?
Die beiden Projekte hängen kausal zusammen. Ohne Dreifach-Sporthalle müsste in Halingen eine Doppel-Turnhalle eingeplant werden.
Zu Beginn plante die Steuergruppe die Dreifach-Sporthalle in Matzingen. Weshalb fiel der Entscheid nun für den Standort Halingen?
Die Steuergruppe hatte entsprechende Rückmeldungen am öffentlichen Workshop vom 8. November 2025 aufgenommen. Zwischenzeitlich liess sie zwei Machbarkeitsstudien ausarbeiten – einmal für den Standort Matzingen Luderwiese und einmal für den Standort Halingen.
Am 24. März 2026 äusserten sich die Stimmberechtigten an der Schulgemeindeversammlung der Sekundarschule konsultativ. 379 Stimmen entfielen auf die Variante B (Dreifach-Mehrzweckhalle in Halingen), 68 auf Variante A (Dreifach-Mehrzweckhalle in Matzingen) und 44 auf Variante C (Doppelturnhalle in Halingen ohne Mehrzwecknutzung). Damit setzte die Bevölkerung ein deutliches Zeichen für die Realisierung der Dreifach-Sporthalle am Standort Halingen. Das Konsultativvotum ist zwar rechtlich nicht bindend, bildet aber die politische Leitlinie für die weitere Planung.
Übergreifende Fragen
Werden alle Projekte aus einer Hand geplant, oder sind verschiedene Planungs- bzw. Baukommissionen vorgesehen?
Die Steuergruppe stellt sicher, dass alle Projekte untereinander koordiniert werden. Die konkrete Planung erfolgt jedoch durch Kommissionen der jeweiligen Körperschaften. Konkret: Die Primarschulbehörde Matzingen ernennt für ihr Projekt eine eigene Baukommission, ebenso die Sekundarschulbehörde Halingen. Letztere bildet die Bauherrschaft für die Erweiterung und Teilsanierung der Sekundarschule sowie für die Dreifach-Sporthalle mit Mehrzwecknutzung.
Wie viel werden die Bauprojekte kosten?
Die Investitionsbetrachtung der Steuergruppe erfolgt über beide Projekte (Erweiterung/Teilsanierung Sekundarschule und Dreifach-Sporthalle). Dies ist nötig, weil die beiden Vorhaben kausal zusammenhängen. Eine grobe Kostenschätzung (+/- 25 Prozent) im Rahmen der Machbarkeitsstudie liegt bei 35 Mio. Franken; 5 Mio. für die Umbauten und Sanierungen, 14 Mio. für den Schulhaus-Neubau und 16 Mio. für die Dreifach-Sporthalle mit Mehrzweck-Infrastruktur. Eine präzisere Ermittlung der Investitionshöhen wird Gegenstand der Planungsphase sein. Zurzeit sind nur grobe Schätzungen möglich.
Für die Primarschule Matzingen wird mit einer Investition von ca. 5 Mio. Franken gerechnet.
Weshalb haben sich die Behörden in einer Steuergruppe zusammengeschlossen?
Es geht um eine regionale Gesamtbetrachtung. Die Mitglieder bringen ihre Perspektiven ein, prüfen Synergien zwischen den Projekten und sorgen für ein abgestimmtes Vorgehen. Zur Steuergruppe gehören Vertreterinnen und Vertreter aller beteiligten Körperschaften – aus den Gemeinden Matzingen, Thundorf und Stettfurt sowie aus den Schulbehörden der Primarschulen und der Sekundarschule.
Inwiefern hängen die drei Bauprojekte zusammen?
Die Steuergruppe erachtet die Gesamtbetrachtung der Schulraumplanung in allen drei Gemeinden als zielführend. Einen planerischen Konnex gibt es insbesondere bei den Projekten Dreifach-Sporthalle und Erweiterung/Teilsanierung Sekundarschule. Das Projekt der Primarschule Matzingen kann als eigenständig betrachtet werden.
Auf welchen Berechnungen basiert der Raumbedarf in den drei Projekten? Besteht nicht die Gefahr von Überkapazitäten?
Der Raumbedarf basiert auf den Hochrechnungen der künftigen Schülerzahlen, den pädagogischen Anforderungen gemäss Lehrplan 21 sowie den kantonalen Richtlinien für den Bau von Schulanlagen. Berechnungen der Gemeinden und des Kantonalen Amts für Statistik zeigen, dass im Kreis Halingen bis 2031 mit einer weiteren starken Zunahme der Schülerzahlen zu rechnen ist. Danach werden sich diese auf hohem Niveau einpendeln.
Wie kann die Steuergruppe für Mehrheiten sorgen bzw. verhindern, dass die Projekte abgelehnt werden?
Indem sie bereits früh alle Personen und Körperschaften miteinbezog, die am Wohl einer funktionierenden Bildung interessiert sind. Basis dazu bildet eine kontinuierliche Kommunikationsarbeit mit allen Beteiligten und mit der Öffentlichkeit sowie Partizipation: In der Resonanzgruppe spiegeln 26 interessierte Personen aus allen Gemeinden (Eltern, Vereinsvertreterinnen, Gewerbevertreter) die Arbeit der Steuergruppe.
Die Bauprojekte fokussieren auf Matzingen und Halingen. Weshalb sollen die Steuerzahlenden von Stettfurt und Thundorf diese mittragen?
Die Bauprojekte fokussieren auf ALLE drei politischen Gemeinden. Von der erweiterten Sekundarschule werden alle zukünftigen Generationen unserer Gemeinden profitieren. Die Mehrfachnutzung der neuen Dreifachhalle kommt allen Vereinen und Körperschaften unserer Gemeinden zugute. Es ist wichtig, dass wir diese Projekte gemeinsam planen – Matzingen, Stettfurt und Thundorf. Wir sind eine gemeinsame Region!
Braucht es eine Erhöhung des Steuerfusses?
Ja, die Sekundarschule wird ihren Steuerfuss erhöhen muss. Grundlage für diesen Entscheid bildet die Finanzierung. Sie wird Teil der Projektierung sein.